Magazin Kolumne Wanted: Murderer of CS 1.6
Sonntag, den 27. März 2011 um 19:11 Uhr

Wanted: Murderer of CS 1.6

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Es ist Mittwochabend. Counter-Strike 1.6 auf ESL TV. Ein junger Mann mit ruhiger und cooler Stimme moderiert die folgende Sendung langsam an.
Er geht sehr strukturiert vor und wirkt womöglich aufgrund guter Vorbereitung souverän. Auf die Vorstellung des Co-Moderators und das Reißen einiger Witzchen folgt die tagesaktuelle Berichterstattung über Ereignisse rund um Counter-Strike 1.6.
Danach geht der Moderator auf die heutigen Kontrahenten ein: Er stellt die Spieler vor, präsentiert Statistiken und schließt den einführenden Teil der Sendung schließlich mit dem ein oder anderen Telefoninterview ab.

Ein ganz normaler Anfang für einen Mittwochabend auf ESL TV? Wenn man in der Vergangenheit lebt, dann ja! Heutzutage bekommt man an einem Mittwochabend vorwiegend den überflüssigen Small-Talk zweier offenbar unvorbereiteter Moderatoren geboten. Nach einer halben Stunde konsistenzlosen Herumlaberns wird dann das Spiel gezeigt. Doch erwartet man nun im Spiel unparteiische Kommentare und fundierte fachmännische Erklärungen so lebt man auch hier in der Vergangenheit.
Eine ansprechende und hochwertige Sendung an einem Mittwochabend auf ESL TV gab es wohl zuletzt vor mehr als einem Jahr!

Doch was hat das mit der Diskussion über das sog. Aussterben von CS 1.6 zu tun? Eine Menge!
Erinnert man sich zurück an Zeiten, wo CS Sendungen noch Szene bezogen und interessant gestaltet wurden, so war nie die Rede über ein Aussterben von CS 1.6.
Jetzt, da die Sendungen minderwertig gestaltet werden, kommt auf einmal diese Diskussion auf!
Natürlich kann man nicht darauf allein die Schuld abwälzen, aber in gewisser Weise, könnte man davon ausgehen, dass die ESL selbst dazu beiträgt, wenn nicht sogar den „Kopf noch weiter unter Wasser drückt“ und schlussendlich der eigentliche Mörder und nicht der Retter von Counter Strike ist.

Die sinkende Qualität kann somit eigentlich nur zwei Ursachen haben: Entweder, wie bereits angeklungen, will die ESL Counter-Strike 1.6 langsam aber sicher verdrängen und liefert daher mit Absicht eine umso schlechtere Berichterstattung oder die Berichterstattung erfährt nicht das nötige Interesse der Zuschauer, um sie qualitativ hochwertig zu gestalten. Sollte die ESL aufgrund der zweiten Ursache handeln, so schneiden sie sich ins eigene Fleisch! Wenn eine Firma mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hat, so setzt sie nahezu alles daran, ihr Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren oder/und den Kunden mit einladenden Angeboten zu locken. Nicht zuletzt wird die Firma dann auch versuchen auf möglicherweise geschilderte Defizite einzugehen, um diese wenn möglich zu beheben!
Damit schließt sich also die zweite mögliche Ursache von selbst aus, denn ich nehme jetzt einfach mal an, dass in der Marketing Abteilung der Turtle Entertainment GmbH. genügend kluge Köpfe sitzen, die so etwas auch wissen.

Also kann man nun folgern, dass die ESL aktive Sterbehilfe betreibt um auch den Willen und die Motivation innerhalb der Community, Counter-Strike mehr oder minder professionell zu spielen, zu ersticken.

In dieser Hinsicht kann ich den Aussagen von Fabian 'V3n0m' Doellert (SFTO eSports) nur zustimmen, muss ihn aber in einer Aussage korrigieren. In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit LeiSuRe sprach auch er dieses Thema vorsichtig an und bezeichnete die Community und auch die ESL als zerstörerischen Faktor im Falle Counter-Strike. Dieser Aussage würde ich noch beifügen wollen, dass die Community nur solch zerstörerische Formen angenommen hat, weil sie ständig mit der "CS ist tot"-Debatte konfrontiert wurde und sich eine Meinung zu diesem Thema bilden musste. Diese Meinungsbildung konnte jedoch nicht vollkommen Vorurteilsfrei verlaufen! Beeinflusst durch ständige "CS ist tot" Artikel oder die Trash-CS Sendungen am Mittwoch konnte es nicht anders kommen, als dass die Meinung über einen baldigen Tod nun in weiten Teilen der Community aufgefasst wurde.

Würde ein Béla Réthy Monate lang während Fußballspielen über seine Freundin bericten oder über Basketball, was ja sowieso viel besser ist als Fußball, und würde der DFB davon reden, dass der Fußball keine allzu lange Zukunft mehr hat, dann würden wir es auch irgendwann glauben!

                                                                       Fest steht: Counter-Strike stirbt nicht von ganz allein!
Zuletzt aktualisiert Montag, den 28. März 2011 um 18:11 Uhr
Luhmi

Luhmi

Redakteur eSport

Persönlicher Blog

3 Kommentare

  • Direktlink Kissaki Montag, den 28. März 2011 um 14:51 Uhr Geschrieben von: Kissaki

    Das ganze verstärkt sich sicherlich gegenseitig.
    Schlechte Berichterstattung und Moderation führt zu weniger Interessenten, weniger Fokus etc.
    Weniger Interesse hat andersherum aber sicher auch Einfluss auf die Qualität der Berichterstattung. Letztlich bleibt die Frage aber: Was will die ESL mit ESL TV erreichen? Wollen sie ihren eSport wirklich schlecht moderieren? Oder gilt es nicht auch aussterbende, was übrigens schwarzmalerisch ist, Spiele adäquat zu moderieren und zu begleiten, biss man das ESL TV in dem Bereich einfach komplett einstellt? Ich denke schon.

    Zum schwarzmalerisch:
    CS 1.6 war und ist auch lange nach CS:S noch ein wichtiger eSport Bereich. Das könnte es auch weiterhin sein, wenn den genügend Leute sich passend darum kümmern. Und da gehört ESL TV, wenns denn so etwas schon gibt, mit Sicherheit auch dazu. (Neben Turnierveranstaltern etc)

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  • Direktlink ULTRA Donnerstag, den 31. März 2011 um 09:36 Uhr Geschrieben von: ULTRA

    Béla Réthy macht doch genau das. Er labert und labert, man merkt doch gar nicht mehr, dass Fußball nebenbei läuft!

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  • Direktlink durbarak Donnerstag, den 31. März 2011 um 13:40 Uhr Geschrieben von: durbarak

    Finde super, dass hier schon ein Mörder gesucht wird, obwohl das Opfer noch quicklebendig ist.

    Jeder weitere Beitrag, der nur nach Schuldigen sucht und irgendjemandem den schwarzen Peter unterjubeln will, hilft aktiv dabei mit, 1.6 totzureden - aktive Sterbehilfe sozusagen.

    1.6 hat so viel, was Source (noch) nicht hat. Da wäre zum Beispiel Geschichte, 1.6 prägt eSport, wie kaum ein anderes Spiel. International ist es nach über 10 Jahren immer noch der #1 Taktikshooter. Alle bedeutenden Turniere(ESWC, WCG, IEM, DH) setzen auf 1.6. Es hat Helden hervorgebracht und Aschenputtelgeschichten geschrieben. Ich sehe keinen Grund, warum dies nicht auch in Zukunft so sein soll.

    Allerdings ist man bequem geworden. Statt diese Dinge zu kommunizieren, Source als Sprungbrett für eine 1.6 Karriere anzusehen und Spieler zum Wechsel anzuregen, wurde Source als das schlechtere Spiel abgekanzelt und deren Spieler niedergemacht. Aus Hochmut wurde ein tiefer Graben gezogen.
    Man hat sich auf seinem Status Quo ausgeruht und bekommt nun die Quittung - in Form einer erstarkten, eigenständigen, am Thron wackelnden Source-Community - dafür.

    Noch ist es nicht zu spät, aber wenn man sich nicht langsam aufrappelt und den Kampf annimmt, überlässt man Source das Feld ohne Gegenwehr.

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