Kolumne
"Krieg in deutschen Kinderzimmern" Diese und ähnliche Phrasen leiten meist einen eher bescheiden recherchierten Artikel ein, der sich vor allem auf eines stützt: Mutmaßungen von vermeintlichen Experten. Die Korellation von Computerspielen und Gewalt sei demnach so logisch wie jene zwischen dem Rauchen und Lungenkrebs, wird da behauptet. Kids, die auf die gesellschaftlichen Barrikaden gehen, Verfall von Gehorsam, der Sitten und guten Bräuche - wie es bemerkenswerterweise schon in vorchristlichen Zeiten von griechische Philosophen beklagt wurde.
Die Wunden des letzten tragischen Amoklaufes waren gerade erst oberflächlich geheilt, und während sich in den Pressekonferenzen die Politiker aus allen Parteien versuchten mit den Verbotsforderungen gegenüber der Gamer-Szene, der eine offizielle Lobby bis zum heutigen Tage fehlt, zu übertrumpfen, kam aus der kleinen Alpenrepublik Österreich ein kleiner Smash-Hit, dessen Refrain anstimmt:
„Mehr Waffen, mehr Feinde“
Damals gab es noch das WON Netzwerk in dem verschiedene Games gehostet wurden, ähnlich Blizzards Battle.net. Zwingende Vorraussetzung wurde Steam nun für Spieler die Counter Strike 1.4 spielen wollten. Ein Jahr darauf begann Valve die alten Server von WON abzuschalten und Steam war nun zwingend für Onlinespiele. Seit Half Life 2 setzen alle Spiele die von Valve released werden einen Steamaccount voraus, dementsprechend berühmt-berüchtigt ist der Client.
Warum werden Gamer kritisiert, nur weil sie gerne Spaß in ihrer Freizeit haben? Menschen sind bekanntlich "Jäger und Sammler", warum sollte man ihnen also verbieten, ihren inneren Wurzeln beim Spielen aus dem Weg zu gehen? Es tritt das Gefühl, dass man jemandem Überlegen ist auf die Bildfläche und nicht der Drang, die Szenarien die sich auf dem Bildschirm abspielen in die Wirklichkeit zu übertragen. Die Probleme für den Weg des Amoklaufs als letzer Ausweg für einen verzweifelten Menschen sind an einer anderen Stelle zu suchen...