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Heute schon an die Gamescom von Morgen denken

Es sind mal wieder zwei Monate bis die Koelnmesse ihre Heiligen Hallen wieder einmal der Masse an Gamescom-Besuchern öffnet. Und wie jedes Jahr werden auch wir sicherlich wieder dabei sein und euch von den neusten Trends und Games berichten.

Wer sich aber dieses Jahr wie Fachbesucher Journalisten und Aussteller schon vor dem Ansturm der hunderttausenden Gamescom Fans einen Überblick über die Messe verschaffen will der kann dies dieses Jahr mit den sogenannten Wild-Cards tun, die die Gamescom ja bereits im Februar verkaufte.

Wer damals nicht das Glück hatte eine solch  Wild card zu erwerben die einem am Fachbesuchertag ab 13:Uhr Einlass verschafft der hat Glück. Die Veranstalter haben angekündigt, dass sie bereits ab dem 1. Juli erneut ein Kontingent von Wild-Cards zu verfügung stellen werden. Zu verdanken haben wir dies den Austellern da sie ihr eigenes Wild Card-Restkontingent zum freien Verkauf bereit stellen.

Die Wild-Cards werden ab 1. Juli um 9 Uhr über den Ticket-Shop der Gamescom erhältlich sein. Wer Tickets, on Wild-Cards oder nicht, will, sollte sich beeilen. Die Gamescom hat bis heute doppelt so viele Karten verkaufen können, wie letztes Jahr im gleichen Zeitraum.
von Maximilian Kiecker

Don’t Starve Gewinnspiel

Wir verlosen eine Kopie des neuen Indie Games „Don’t Starve“, in dem ihr eine Person, die zufällig in eine unbekannte, gefährliche Welt teleportiert wird, dabei helfen müsst zu Überleben. 

Dabei ist es nicht einfach getan, den Helden mit Nahrung zu versorgen, denn in der unwirklichen Welt gibt es etliche Gefahren und des Nachts muss zwingend eine Feuerstelle erstellt werden, sonst wird man unweigerlich zerfleischt.

Uns erinnert das Spiel ein wenig an eine Mischung aus Minecraft, The Binding of Isaac und klassischen Hack’n’Slay Adventures.

Was ihr tun müsst, um das Spiel zu erhalten? Schreibt einen lustigen Reim in vier kurzen Zeilen, wie man das Spiel am besten beschreiben kann. Die Person mit dem beliebtesten Reim bekommt das Spiel über Steam zugeschickt. Der zweitplatzierte erhält eine Kopie von „From Dust“ und auch Platz 3. geht nicht leer aus, er erhält den Indie Klassiker „Super Meat Boy“ via Steam. Einsendeschluss ist der 31. Mai. Am 1. Juni präsentieren wir euch die Gewinner!

Viel Erfolg und Spaß beim Reimen 🙂

Studie: Medialer Einfluss auf Kinder

Wie schon so häufig gibt es immer wieder Studien über den Einfluss von Screen Entertainment (Fernseh- und Computerkonsum) bei Kindern. Nun ist Ende März 2013 eine weitere Studie erschienen, die britische Wissenschaftler erstellt haben.

Die Studie „Millennium Cohort Study“ verfolgte ca. 11.000 Kinder in einer Langzeitstudie über den Gesundheitszustand der zwischen 2000 und 2002 geborenen Kinder. Durch diese Studie wird ersichtlich, dass ein Zusammenhang zwischen dem Computerkonsum und Verhaltensstörungen nicht großartig zu vermerken ist. Es hängt hierbei von der Aufnahmezeit ab. Das bedeutet, je mehr Stunden die Kinder vorm Fernseher oder Computer sitzen, desto wahrscheinlicher kann es sein, dass es zu Veränderungen in ihrem Verhalten kommt. Doch inwieweit ist dies verlässlich? Da in dieser Langzeitstudie die Mütter die Angaben an das Institut verschickt haben kann es durchaus passieren, dass die Daten verfälscht sind. Somit kann man sich nicht 100% auf die Studie stützen. Sie kann nur als Anhaltspunkt dienen.

Als Beispiel für das geringfügige höhere Risiko werden die Daten von fünfjährigen Kindern genommen. Durch dem Konsum von ca. drei Stunden und mehr täglichen fernsehens kann der Risikofaktor der Verhaltensänderung von Kindern um etwa 0.13% steigen. Dieser Faktor besteht nicht bei Kindern, die unter einer Stunde pro Tag vor dem Fernseher verbringen. Man muss bei diesen Langzeitstudien aber auch beachten, dass andere Disparitäten und soziale Aspekte völlig außer acht gelassen werden. Die Auswirkungen von sozialen Differenzen mit Gleichaltrigen oder auch familiäre Probleme werden vollkommen vernachlässigt.

Wiedermal kann durch eine Studie, der Fernseh- und Computerkonsum nicht 100% für eine Erklärung der Verhaltensprobleme bei Kindern benutzt werden. Ob dies je möglich ist und ob dies überhaupt Sinn macht ist eine andere Sache. Was aber nicht von der Hand zu weisen ist, ist der Zusammenhang zwischen Konsum und der körperlichen Gesundheit. Durch massiven Fernseh- und Computerkonsum erhalten die Kinder zu wenig Bewegung und körperlichen Ausgleich.

47 is back!

Wahlweise mit viel Rumms oder möglichst unauffällig schlüpft der Spieler im fünften Teil des Hitman-Franchises wieder in die Rolle des Agenten mit dem Strichcode.

Ein Beitrag von Samuel Müller-Späth:

Das Gameplay ist prinzipiell simpel: Eliminiere Ziel X auf irgendeine Weise, und entkomme dem Tatort. Scheint einfach zu sein, ist es aber nicht immer. Selbst wenn sich der Spieler dazu entschließt, einfach alles über den Haufen zu schießen, so braucht er doch einiges an Ausdauer, um alle Hindernisse auszuschalten. Deshalb lohnt es sich auch meistens, den komplizierteren Weg zu gehen, um so auch die Tiefe des Spieles wirklich zu erleben.

Überall sind benutzbare Gegenstände, z.B. Flaschen, Ziegelsteine, etc., welche sich allesamt als Waffe oder als Ablenkungswerkzeug benutzen lassen. Generell sind die einzelnen Level sehr detailliert gemacht, so dass selbst bei mehrmaligen Starten eines Levels selten Langeweile aufkommt. Überhaupt lässt sich an der Grafik von Hitman: Absolution nichts bemängeln. Die Schatten von Objekten lassen sich wunderbar erkennen, und auch die verschiedenen Charaktere des Spiels sind überaus detailliert modelliert. Darüber hinaus lohnt es sich sowieso, die Level mehrfach durchzuspielen, um so jeden erdenklichen Weg zu finden, das Ziel zu eliminieren.

Die Steuerung erscheint zu Beginn ein wenig kompliziert, daran gewöhnt man sich aber relativ schnell. Neben des bekannten Storymodus gibt es in Hitman: Absolution als neuen Spielmodi die sogenannten Contracts. Dieser Modus beinhaltet verschiedene Missionen, die von Hitman-Spielern erstellt wurden und dann global gespielt werden können. Um selber solche Missionen zu erstellen, startet man das Tutorial, das auf eine simple Art und Weise erklärt, wie es funktioniert: Ziel markieren, Ziel eliminieren, entkommen. Wenn der Spieler es nämlich selber nicht schafft, sein eigenes Level zu spielen, so ist es wahrscheinlich anderen auch nicht möglich.

Hat man aber einen Contract eines anderen Spielers gespielt, so bekommt man Geld, mit dem man weitere Objekte freischalten kann. Eine weitere Neuerung ist der “Instinktblick”, mit dem besonders Neueinsteiger der Serie in einem Level die Dinge angezeigt bekommen, mit denen sie interagieren sowie Laufpfade anderer Personen, wie z.B. Wachposten, vorhergesehen werden können. Desweiteren gibt es auch eine Bullettime, in der der Spieler mehrere Ziele markieren und dann eliminieren kann. Alles in allem kann man durchaus von einem überdurchschnittlich gutem Spiel sprechen, welches aber zurecht nur an Erwachsene gerichtet ist.

Fazit: Ein durchaus gelungener Titel der Hitman-Reihe, der sowohl Neueinsteigern als auch alten Hasen gleichermaßen Spielspaß bereitet. Dank der verschiedenen Wege, ein Level zu beenden, sowie die Möglichkeit, selber Missionen zu erstellen, ist Hitman: Absolution auch ein Titel, der auch nach einem halben Jahr noch Spaß macht.

Rovio lässt die Schweine los: Pad Piggies im Test!

Nach dem Riesen-Erfolg von Angry Birds kommen nun die Schweine auf das Smartphone. Ob Bad Piggies ein würdiger Nachfolger sind, haben wir getestet.
Der wichtigste Unterschied von Bad Piggies zu Angry Birds ist das Spielprinzip. Während man bei Angry Birds Vögel, mit verschiedenen Eigenschaften, per Steinschleuder auf die grünen Schweine hetzt, ist es bei Bad Piggies etwas komplizierter. Um kleine zerrissene Kartenschnipsel, die zusammengefügt den Weg zu den Eiern der Vögel weisen, zu bergen, muss man schon etwas Grips mitbringen. Denn es gilt kleine Fahrzeuge zu bauen, um zu den Schnipsel zu gelangen. Schweine können ja bekanntlich nicht fliegen und Beine haben sie auch nicht.
bad-piggies-fahrzeugbau
Für den Bau hat man ein Gitterfeld, in welchem man aus 33 verschiedenen Bauteile die absurdesten Fahrzeuge basteln kann. Diese, mit einer Sau besetzt, muss man dann gezielt zum Ziel steuern.
Das ist recht schwer und kompliziert. Bis man ein funktionstüchtiges Vehikel gebaut hat, vergeht schon eine Weile, aber dann funktioniert der gedachte Plan noch lange nicht. Etliche Probedurchläufe sind von Nöten, bis man sich durch die einzelnen Level gekämpft hat.
bad-piggies-fahrzeug
Das ist auch der Haken des Spiels: Es ist nur für Cracks. Ja, es macht durchaus Spaß sich durch die verschiedenen Aufgabenstellungen zu knobeln, aber wenn man mal hängt, kommt wenig Freude auf.
Bad Piggies haben auf jeden Fall das Potential für einen Klassiker, aber den großen Massenmarkt wird Rovio mit dem doch recht komplexen Spielprinzip sicher nicht erreichen.

League of Legends im Test

Vor knapp drei Jahren war League of Legends noch in der Open Beta, heute ist es das erfolgreichste Spiel des MOBA-Genres. Angefangen als Anlehnung an DotA (Defense of the Ancients) hat Riot Games für League of Legends eine, mittlerweile für das Genre, einzigartige Spielmodi entwickelt und eine ganz eigene Spielmechanik. Konstante Weiterentwicklung, liebevolle Inszenierungen und der gute Kontakt zur Community machen das Spiel so beliebt. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Spiel mit der lustigen Abkürzung „LoL“?
Ein Gastbeitrag von Franziska Klein:

League of Legends ist ein teambasiertes Onlinespiel mit Tower-Defense und Rollenspiel-Elementen. Die Spieler treten als 3-er oder 5-er Teams an, um in die gegnerische Basis einzudringen und den Nexus und die auf dem Weg dorthin befindlichen Türme zu zerstören. Jeder Spieler beschwört dabei einen Champion und übernimmt z.B. die Rolle des Supporters oder des Tanks. Hat der Nexus keine Lebensenergie mehr, ist das Spiel gewonnen oder alternativ verloren.

Zugegebenermaßen ist dieses Spielprinzip nicht sehr innovativ und sicherlich auch nicht besonders neu. Erstmals tauchte es in dem 2003 veröffentlichten „Warcraft III“ auf. Dort war „Defense of the Ancients“ eine von Spielern entwickelte Karte. Neben League of Legends griff auch das von S2 Games entwickelte „Heroes of Newerth“ dieses Spielprinzip auf und konkurrierte als kostenpflichtige, und oft auch als anspruchsvoller bezeichnete, Alternative mit dem kostenfreien League of Legends.

Spätestens seit Riot Games auf der letztjährigen GamesCom einen für das Genre völlig neuen Spielmodus namens „Dominion“ vorgestellt hat, konnte sich League of Legends deutlich von DotA und HoN abheben. Bei „Dominion“ (deutsch: dominieren) treten die Spieler in 5-er Teams an und müssen durch das Einnehmen und Verteidigen verschiedener Punkte, dem Erfüllen von Quests und natürlich dem Töten und Dominieren von Gegnern die Lebensenergie des gegnerischen Kristalls, ähnlich dem Nexus, zerstören. Durch wesentlich schneller steigendes Gold und passiven Erfahrungsgewinn verspricht „Dominion“ einen schnelleren und actiongeladeneren Spielverlauf von der ersten Minute. Oft werden Spiele in der letzten Minute noch rumgerissen. Unerwartete und waghalsige Manöver führen zum Sieg. Durchschnittlich dauert eine Runde „Dominion“ 15-20 Minuten und ist daher eine gute Abwechslung für zwischendurch und perfekt für Gamer, die keine Lust auf viel Strategie und sich manchmal ewig lang dahinziehende Spiele haben.

Neben den verschiedensten Möglichkeiten von Custom-Games und Bot-Games bietet League of Legends noch einen Shop, in dem man für Erfahrungspunkte verbessernde Runen und natürlich immer neue Champions kaufen kann. Für Riot Points, die man sich für bares Geld kaufen muss, kann jeder Spieler seinen favorisierten Champions ein neues Aussehen (= Skin) verpassen. Schade ist, dass es für einige Champions kaum Skins gibt und für alte Champions die Skins auch meistens eher mau ausschauen. Durch Skin-Vorschläge im Forum und anhand der Kaufzahlen kommen allerdings stetig neue Skins und Special-Skins (z.B. Legendary Skins, die nicht nur das Aussehen sondern auch die Fähigkeiten-Effekte und Töne des Charakters verändern) heraus. Ein normaler Skin ist ab ca. 5 Euro zu haben. Für Legendary Skins geben die LoL-Fans auch gerne mal 10 Euro aus.

Alles in allem bietet League of Legends dauerhaften Spielspaß sowie eine nette und hilfsbereite Community. Deshalb erhält es von uns eine klare Downloadempfehlung!

Jimmy Schulz, FDP-Bundestagsabgeordneter: „Ich habe als Kind mein Taschengeld in Space Invaders-Automaten gesteckt.“

Jimmy Schulz ist Bundestagsabgeordneter für die FDP und kam über PC-Golf zum richtigen Golfen.

Pirate Gaming:
Auf die Gamescom selbst haben Sie es ja leider nicht geschafft. Was hätten Sie sich aber angesehen?
Jimmy Schulz:
Ich hätte mir sämtliche Neuigkeiten und neuen Entwicklungen angesehen. Auch um mir selbst ein Bild der Messe machen zu können. So hatte ich nur Medienberichte. Diese sprachen teilweise von einer Killerspiel-Messe. Es hat mich aber auch gefreut, dass die Tagesschau in den 20-Uhr-Nachrichten einen guten, sachlichen Bericht brachte. Das zeigt, dass wir heute weiter sind, als noch vor wenigen Jahren.

Pirate Gaming:
Spielen Sie denn auch selbst Videospiele?
Jimmy Schulz:
Selten. Dafür fehlt mir einfach die Zeit. Die finde ich meistens nur im Zug oder Flugzeug. Zu Hause habe ich aber eine Wii und auch eine Playstation 3.Ganz früher habe ich viel gespielt. Als 10-jähriger habe ich mein ganzes Taschengeld in Space Invaders-Automaten gesteckt!

Pirate Gaming:
Wenn Sie die Zeit finden, was spielen Sie dann. Haben Sie ein Lieblingsspiel?
Jimmy Schulz:
Ein klassisches Lieblingsspiel habe ich nicht, aber es gibt aber durchaus Spiele die mich längere Zeit fesseln. Need for Speed oder MX vs. ATV Unleashed zum Beispiel. Die spiele ich, neben Fifa oder „Zack und Wiki“, auch gerne mit meinem Sohn. Auch spiele ich Kinderspiele, wie Mario Cart oder Wii Sport Resort mit meiner Tochter.
Unglaublich gerne spiele ich Golf meist Links LS. Über Computer-Golf bin ich auch zum richtigen Golfen gekommen.

Pirate Gaming:
Herr Schäuble wurde ja erwischt, wie er auf dem iPad Sodoku spielte. Sie haben auch ein iPad. Zocken Sie auch während der Plenardebatten, so wie der Minister?
Jimmy Schulz:
Auf keinen Fall! Und selbst wenn: Ich habe eine Folie auf meinem iPad. Die sorgt dafür, dass ich unterwegs meine Mails vertraulich lesen kann. Während einer Debatte könnte ich also zocken: Es würde keiner merken (lacht). Aber nun mal ernsthaft: Nein, ich zocke nicht während Debatten. Mobil spiele ich aber durchaus.

Pirate Gaming:
Wie beurteilen Sie die Killerspiel-Debatte?
Jimmy Schulz:
Die hat sich beruhigt – zum Glück! Klar, bei einigen Ereignissen kocht sie immer wieder hoch, aber sie wird nicht mehr so scharf geführt, wie früher. Dazu hat, denke ich, auch unsere Bundestags-LAN beigetragen.

Pirate Gaming:
Waren bei dieser LAN denn viele Abgeordnete vertreten?
Jimmy Schulz:
Leider waren es nicht so viele, wie erhofft. Aber es waren einige Kollegen anwesend, die sich langsam der Thematik geöffnet haben. Ziel war es unter den Abgeordneten Bewusstsein zu schaffen. Wir hatten ja eine geschlossene Runde, um den Kollegen einen Raum ohne Medienrummel zum Ausprobieren zu geben, bevor wir öffentlich spielten. Dafür muss man auch Verständnis haben. Ein Abgeordneter, aus dem Raum Erfurt beispielsweise, möchte vielleicht nicht am nächsten Tag als Counter Strike-Spieler in der Zeitung stehen.

Pirate Gaming:
Ihre Kollegin Tabea Rößner hat sich im Interview für ein Qualitätssiegel für Videospiele ausgesprochen. Würden Sie sich Ihrer Forderung anschließen?
Jimmy Schulz:
Nein. Wer soll das Siegel auch machen? Wer soll die Qualität eines Spieles bewerten? Wir hatten diese Diskussion über Qualität von Spielen ja auch beim Computerspielpreis. Da hatten wir ja den Mut kein Lari-Fari-Spiel auszuzeichnen. Ich finde, die Qualität eines Spieles bewerten die Spieler. Die bisherigen Regelungen reichen vollkommen aus. Der Markt hat das, mit der USK, auch selbst geregelt. So lange das klappt, sehe ich da keinen Handlungsbedarf.

Tabea Rößner, grüne Bundestagsabgeordnete: „Im Zug spiele ich gerne Bubble Shooter.“

Sie sitzt für die Grünen im Deutschen Bundestag und war als Medienpolitikerin für ihre Fraktion auf der Messe. Wir sprachen mit ihr: Tabea Rößner.

Pirate Gaming:
Hier auf der Gamescom trifft man auf Informatiker, Softwareentwickler und Geschäftsführer von Branchenverbänden. Was verschlägt ausgerechnet eine Bundestagsabgeordnete hier her?
Tabea Rößner:
Ich finde Computerspiele hochinteressant und habe früher auch selbst viel gespielt, vor allem Strategiespiele. Dafür finde ich heute aber leider kaum mehr Zeit. Außerdem sind Computerspiele ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und auch Kulturgüter.
Auch ist es spannend zu sehen, welche Entwicklungen und neue Technologien es gibt. Manches bringt dann politische Herausforderungen mit sich zum Beispiel im Bereich Verbraucher- und Datenschutz.

Pirate Gaming:
Sie haben es selbst gesagt: Sie spielen auch selbst Videospiele. Was spielen Sie denn so?
Tabea Rößner:
Ich komme selten zum Spielen, aber ich daddele auch gerne mal ein wenig herum. Zu Hause haben wir aber eine Wii und auch eine PlayStation und da spiele ich gerne mit meinen Kindern.

Pirate Gaming:
Haben Sie auch ein Lieblingsspiel?
Tabea Rößner:
Toll finde ich Geschicklichkeitsspiele. Das ist besonders bei der Wii spannend zu sehen, wenn man dort, zum Beispiel beim Skifahren, die Balance halten und trotzdem schnell sein muss. Da freue ich mich, wenn ich auch mal besser bin als meine Kinder.

Pirate Gaming:
Spielen Sie auch mobil, beispielsweise mit Ihrem Smartphone. Herr Schäuble zum Beispiel spielt Sodoku auf dem iPad. Zocken Sie auch während den Plenardebatten?
Tabea Rößner:
Während den Sitzungswochen, wenn ein Termin den nächsten jagt, komme ich selten dazu, etwas zu spielen. Aber nach einem langen Arbeitstag, wenn ich im Zug auf dem Weg nach Hause sitze und keine Lust auf Akten habe, spiele ich gerne mal Bubble Shooter oder auch Sodoku.

Pirate Gaming:
Wie beurteilen Sie die Killerspiel-Debatte? Diese wird zwar im Moment nicht so stark geführt, wie es früher war, aber das Killerspiel-Argument kommt noch immer als Erstes, wenn es um schreckliche Ereignisse geht.
Tabea Rößner:
Wir haben uns immer sehr kritisch zu dieser Debatte geäußert. Diese wird, gerade von der Union, oft sehr verkürzt geführt. Es gibt viele Gründe, warum jemand zum Amokläufer wird, da sind Shooter nicht Hauptauslöser. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Signale der Täter in dessen Umfeld nicht erkannt oder ernst genommen wurden. Es wird auch die Position vertreten, dass man sich mit Shootern abreagieren kann.
Die Debatte, wie viel Gewalt in Spielen, aber auch in Filmen, sein darf, müssen wir als Gesellschaft aber führen. Diese kam ja auch beim Computerspielpreis auf.

Pirate Gaming:
Da ging es ja darum, ob ein Spiel wie Crysis 2 einen solchen Preis gewinnen darf.
Tabea Rößner:
Richtig. Man hält hier immer die Fahne hoch, dass die Jury unabhängig sein soll, aber wenn sie dann eine Entscheidung trifft, wird diese kritisiert. Ich finde schon, dass, wenn man auch die technische Umsetzung eines Spiels bewerten will, dann auch ein Spiel wie Crysis 2 einen Computerspielpreis gewinnen darf und auch gewinnen können muss. Wenn man allein Kriterien anlegen will, wie pädagogisch wertvoll beispielsweise ein Spiel ist, dann muss man das ändern. Darüber werden wir im Bundestag diskutieren.

Pirate Gaming:
Sie schreiben auf Ihrer Webseite, dass Sie ein Qualitätssiegel für Computerspiele gut fänden und damit „gute“ Computerspiele unterstützen wollen. Was sind „gute“ Computerspiele und welche Kriterien würden Sie für ein solches Siegel anlegen?
Tabea Rößner:
Qualitätssiegel sind für Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch für Eltern immer eine Orientierung. Ich habe ein Bild davon und kann Spiele einordnen, wenn ich sehe, warum das Spiel zum Beispiel als gut ausgezeichnet wurde. Die Kriterien der USK können durch Kriterien wie die Aufwendigkeit der Produktion oder die Qualität der Animation ergänzt werden.

Pirate Gaming:
Jugendschutz ist ja auch ein wichtiges Thema. Hier gibt es aber oft das Problem, dass dieser auch Erwachsene einschränkt. Nehmen wir die Indizierung zum Beispiel. Hier gibt es ein Werbeverbot und man darf Spiele nur unter der Ladentheke verkaufen. Auch für uns Journalisten ist es ein Problem: Wir können uns nicht kritisch mit der Indizierung von Spiel X auseinandersetzen, weil dies auch unter das Werbeverbot fällt. Warum reicht ein „Ab 18“-Siegel für solche Spiele nicht aus?
Tabea Rößner:
Diese Debatte ist eine sehr lange Debatte. Als ehemalige Journalistin stehe ich Indizierung naturgemäß generell sehr kritisch gegenüber. Es gibt aber manche Inhalte, die ich eben sehr kritisch finde. Nehmen wir Volksverhetzung oder menschenverachtende Inhalte. Hier haben wir einen gesellschaftlichen Konsens, den wir nicht aufweichen sollten. Es zeigt sich ja auch, dass wir diese Debatte permanent führen müssen. Die Gesellschaft entwickelt sich ja weiter. Früher wurden Spiele und Filme indiziert, über die wir heute lachen. Hier vertraue ich auch den Testern.

Junge Piraten kritisieren Union

Die Jungen Piraten, die Jugendorganisation der Piratenpartei, kritisiert die Haltung der Union in Sachen Computerspielen. Anlässlich der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises kritisiert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Form ihres Kultur- und Medienpolitischen Sprechers Wolfgang Börnsen die Veranstaltung.

Konkret geht es Börnsen um die Nominierung des Ego-Shooters Crysis 2. „Killerspiele“, so die Argumentation, sollen nicht honoriert werden dürfen. „Die Union beweist hier, dass sie noch immer nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Computerspielen als Kulturgut in der Lage ist“, erklärt Torge Schmidt, Spitzenkandidat der Piratenpartei für die Landtagswahl in Schlswig-Holstein und Mitglied der Jungen Piraten. Allein die Verwndung des Labels „Killerspiele“ zeige, wie wenig sich die Union mit der Thematik auseinandergesetzt habe. Auch setze der Begriff Computerspieler mit Mördern gleich. Dies empfänden viele Gamer als beleidigend.

EA entdeckt das Orwell´sche Geschäftsmodell

Nachdem man sich an Meldungen zu Gesetzesübertretungen des Staates im Datenschutzbereich leider schon fast gewöhnt hat, sorgt nun der Spielehersteller Electronic Arts (EA) im Zuge des Starts von „Battlefield 3“ für Aufsehen.

In der Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) und in den Datenschutz-Richtlinien von EA verbergen sich zahlreiche grobe Verstöße gegen deutsches Datenschutzrecht. So nimmt sich die Firma heraus, mittels einer Software von Origin auf den Computern der Kunden permanent Daten zu sammeln und auszuwerten.

In Zusammenarbeit mit dem Juristen Thomas Schwenke hat sich GAMESTAR die EULA angeschaut und die einzelnen Klauseln beleuchtet (http://www.gamestar.de/spiele/battlefield3/artikel/analyse_zur_eula_von_ea_origin,45612,2561554,3.html).

Zusammengefasst verlangt EA die Zustimmung zu folgenden Berechtigungen:

  • die Lizenzrechte für alle EA-Produkte automatisiert und ohne Benachrichtigung des Nutzers zu überprüfen
  • Informationen über Computer, Hardware, Medien und Software zu verwenden, um Lizenzrechte zu prüfen und die Anwendungen zu aktualisieren
  • das Sammeln, Übertragen, Speichern und Nutzen diverser Daten, darunter Informationen über das Nutzungsverhalten und die installierte Soft- und Hardware
  • die erlangten Daten für „Marketingzwecke“ zu verwenden und an „Partner“ weiterzugeben

Bereits am 26.10.2011 machten die PIRATEN mit in einer Pressemitteilung auf dieses Problem aufmerksam (http://www.piratenpartei.de/node/1473/57007).

Sebastian Kreutz von Piraten-Gaming e.V. und der 2. Vorsitzende des Landesverbandes der PIRATEN NRW Kai Schmalenbach äußerten sich dort sehr kritisch: „Wir fordern die Unterhaltungsindustrie zur Einhaltung geltender Gesetze auf. Allgemeine Geschäftsbedingungen dienen nicht dem Zweck, sich um geltende Rechtssprechung zu drücken. Wie bereits im Bundesdatenschutzgesetz verankert, fordern wir dem Nutzer die bedingungslose Kontrolle über seine Daten zu geben. Dazu zählt eine transparente Aufklärung über zu erhebende Daten sowie ein „Opt-In-Verfahren“, bei dem der Nutzer explizit der Datenübermittlung zustimmen muss. Dabei dürfen dem Nutzer keine Nachteile durch Widerruf entstehen.“

Eine Erklärung gab EA bisher nicht ab. Wir rufen dazu auf, Spiele von EA bis zu einer Klärung des Sachverhalts im Sinne des Datenschutzes zu boykottieren.

Da sich EA derzeitig nicht äußert und keine Anstalten macht die EULA zu überarbeiten, haben sich schon Leute zusammengetan und eine Online-Petition gestartet. Die Petition fordert ein Verkaufsstop in Deutschland, solange die EULA nicht an deutsche Gesetzte angepasst wird. Wir können diese Petition nur unterstützen und rufen zur Unterzeichnung auf:

http://openpetition.de/petition/online/verkaufsstopp-fuer-battlefield-3-in-deutschland

(Vielen Dank für den Beitrag an Patrick Ratzmann aus Schleswig Holstein)