Archiv der Kategorie: Interviews

Interview mit ALTERNATE aTTaX | Moon

Die EPS ist spannend wie nie und das nicht nur in ‚Warcraft 3‘. Die Saison neigt sich dem Ende zu und wir haben uns ALTERNATE aTTaX | Moon geschnappt und mit ihm über die Saison, aber auch über Politik geplaudert.

 

Pirate-Gaming:

Hi Jan. Schon im Vorfeld bedanke ich mich, dass du dir kurz für uns Zeit nimmst. Kannst du dich erstmal bei unserer Communtiy vorstellen?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Hallo, ich heiße Jan Stolle – in der Szene eher bekannt als ‚mooN‘ – bin 24 Jahre alt, studiere derzeit Mathematik auf Master an der Uni Gießen und in meiner freien Zeit spiele ich sehr gerne Counter-Strike, mittlerweile schon viele viele Jahre beim Clan ALTERNATE aTTaX.

Pirate-Gaming:

Wie auch in anderen Interviews interessiert uns zunächst,dein Politisches Interesse. Verfolgst du die Politik, oder darf man dich zu  den Politikverdrossenen zählen?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Mittlerweile interessiere ich mich sehr für Politik und verfolge diese regelmäßig. Wenn ich sehe was teilweise geredet oder versprochen wird oder wie um ein Thema herumgeredet wird, dann kann man mich kurzweilig auch mal zu den Verdrossenen zählen, aber es ist nicht alles so schlecht wie es immer gesagt wird.

Pirate-Gaming:

Ich nehme an du hast irgendwo schonmal etwas von der Piratenpartei gehört. Welche Meinung hast du über die Piraten?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Die Piratenpartei hat meine Zweitstimme bekommen – wohlüberlegt. Das sollte als Meinung reichen 😉

Pirate-Gaming:

Definiere eSport doch mal in einigen kurzen Worten…

ALTERNATE aTTaX | Moon:

eSport ist elektronischer Sport. Hier geht es um den Sport, um Wettkampf, um Ehrgeiz, um Gewinnen und Verlieren und natürlich das Wichtigste: Um Spaß – und zwar nicht draussen am Sportplatz, sondern am Computer oder an der Konsole. Mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten. Jeder kann mitmachen.

Pirate-Gaming:

Was bedeutet dir der eSport?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

eSport ist meine größte Leidenschaft. Ich liebe die Herausforderung und im eSport hat man mehr als genug davon. Ich spiele einfach unheimlich gerne und wenn ich das ganze dann mit Wettkampf verbinden kann, dann ist das natürlich perfekt. Ich habe mittlerweile schon soviel Herzblut investiert, dass ich mir mein Leben ohne eSport schon garnicht mehr vorstellen kann.

Pirate-Gaming:

So, natürlich, wollen wir jetzt auch einmal auf die laufende Season zu sprechen kommen: Ihr steht derzeit auf Platz 1. Ihr müsst als nächstes gegen TBH auf dem IFNG antreten. Spielt ihr die Saison locker zu Ende, oder gebt ihr weiterhin Vollgas?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Unser Ziel ist es am Ende der Season den 1. Platz zu belegen um auf den Finals den möglichst leichtesten Gegner im ersten Spiel zu haben. Wir geben zwar keine 100% aber unterschätzen auch mit Sicherheit kein Team.

Pirate-Gaming:

Die Finals sind euch ja schon sicher. Wie schätzt du eure Chancen auf den Finals ein, und wer denkst du wird noch mit auf die Finals kommen?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Ich denke ausser uns werden noch mousesports, n!faculty und mystical Lambda auf die Finals kommen. Wir haben Chancen die Finals zu gewinnen, aber die hat jedes Team. Die Finals sind schon immer ein Thema für sich gewesen und deswegen möchte ich keine voreiligen Prognosen treffen.

Pirate-Gaming:

Du hast ja mit Sicherheit schon vor langer Zeit angefangen aktiv zu spielen. Wie hast du dein großes Hobby rund um dein Leben (Schule, Familie, …) ausführen können?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Man muss in seiner Freizeit etwas zurückstecken, das heißt man hat einfach weniger Zeit für sich selber und muss darüber hinaus alles sehr gut planen. Mit viel Disziplin kann man dann alles aufeinmal wahrnehmen auch wenn man manchmal in einem dieser Dinge etwas zurückstecken muss, wenn das andere mehr gefordert ist. Aber ohne eines dieser Dinge möchte ich auch nicht! 🙂

Pirate-Gaming:

Eine Frage am Schluss. Solltest du in den kommenden Jahren aufhören aktiv zu spielen, wirst du irgendwie weiter in der eSport Szene bleiben(als Moderator oä.), oder willst du dich dann komplett zurück ziehen?

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich könnte von einem Moment auf den anderen komplett weg sein, könnte aber auch noch ewig im eSport bleiben. Das wird sich zeigen!

Pirate-Gaming:

Gut Jan. Vielen herzlichen Dank für deine Mühen. Das letzte Wort gehört natürlich dir…

ALTERNATE aTTaX | Moon:

Liebe Grüße an alle unsere Fans die uns unterstützen! Ich hoffe ihr seid wieder zahlreich auf den Finals und feuert uns lautstark an. Ausserdem grüße ich die „AWP-Queen“ Killerbunny 😀

Zockerweibchen – Inka

Nachdem wir schon vor einigen Wochen beweisen konnten, dass es das weibliche Individuum auch als „Homo worldcraftensis“ gibt und Frauen im Web neben unserer charmanten Community Managerin kein Gerücht und schon gar keine Seltenheit sind, haben wir eine weitere Zockerin gefunden, die sich auch mit WoW auseinandersetzt und sich für uns in einem weiteren Interview in der Serie „Zockerweibchen“ zur Verfügung stellt!

Pirate Gaming:

Hallo, und vielen Dank, dass du für uns Zeit für ein Interview für die „Zockerweibchen“ Reihe gefunden hast. Stell dich unserem Publikum doch bitte einmal Kurz vor.

Inka:

Ich bin Inka, komme aus Schleswig-Holstein und bin 22 Jahre alt.

Pirate Gaming:

Seit wann Spielst du WoW ? Wie bist du überhaupt zu WoW gekommen ?

Inka:

Ich habe vor fast 4 Jahren mit WoW angefangen. Alles begann durch meinen Freund. Ich habe einfach eines Tages, als er nicht da war, heimlich auf seinem Server eine Tauren-Kriegerin angefangen, bin danach aber auf die Seite der Allianz gewechselt. Seitdem komme ich nicht mehr von WoW los.

Pirate Gaming:

Welchen Char spielst du, und wo findet man ihn? Bist du in WoW ?

Inka:

Mein Main ist meine süße Nachtelfdruidin auf Tichondrius. Um mit meinem Freund zusammen zu zocken, habe ich mir eine Blutelfpriesterin auf dem Server Nazjatar hochgezogen. Momentan bin ich in meiner
eigenen Twinkgilde unterwegs, da ich gerade mit meiner Schamanin in der Scherbenwelt unterwegs bin und zur Zeit eher weniger Lust auf Raiden habe.

Pirate Gaming:

Glaubst du, dass es ganz besondere Schwerpunkte bei der Klassenwahl zwischen Jungs und Mädels bei WoW gibt?

Inka:

Es heißt ja immer, dass Mädchen nur Priester und Druiden spielen…in diesem Fall bestätige ich wohl das Klischee *lach* Allerdings habe ich auf meinem Server überwiegend männliche Spieler mit Druiden kennengelernt. Ich glaube nicht, dass es vom Geschlecht abhängt, welche Klasse man spielt.

Pirate Gaming:

Wie viel Zeit investierst du so in WoW ? Welchen Reiz übt World of Warcraft auf dich aus?

Inka:

Seit Beginn meiner Ausbildung letzten Jahres eher weniger, da ich kaum noch Zeit dafür habe. Bin also in letzter Zeit eher etwas inaktiv, was Raiden angeht. Zu BC-Zeiten sah das noch ganz anders aus. Ich war Teil der Gildenleitung und wir hatten unsere Stammgruppen für Raids. Es hat riesig Spaß gebracht. Leider ist auf Tichondrius nicht mehr allzu viel los. Viele haben den Server verlassen und er war teilweise echt schon wie ausgestorben. Andere lesen Bücher, ich spiele WoW um abzuschalten und in eine andere Welt einzutauchen. Es macht einfach Spaß Gebiete zu erforschen, neue Quests zu machen oder die verschiedenen Klassen mit ihren individuellen Fähigkeiten kennenzulernen. Ich finde es aufregend, dass sich das Spiel immer weiter entwickelt und somit nicht monoton wird.

Pirate Gaming:

Was für ein Spielertyp bist du? Eher für Quest- und Singleplayer oder mehr der Teamplayer, der auch im PvP die Keule schwingt?

Inka:

Eigentlich von allem etwas, kommt ganz auf meine Laune an 😀

Pirate Gaming:

Seid ihr viele Mädels in der Gilde ? Und wie kommt ihr mit den Jungs klar?

Inka:

Laut meinem Freund sind es 4 oder 5 von insgesamt ca. 60 Mitgliedern – also nicht soooo viele. Allerdings ist die Gildenleitung fest in weiblicher Hand 😉 Bin ja noch nicht sooo aktiv in der Gilde, aber eigentlich sind die alle schwer in Ordnung. Ich klink‘ mich gerne mal in den Teamspeak ein, das ist dann immer sehr unterhaltsam!

Pirate Gaming:

Gibt es Vorurteile gegenüber „Zockerweibchen“ im Spiel oder in der Gilde?

Inka:

Ja! *lach* „Mädchen können nicht heilen, Mädchen können nicht tanken“…^^ Nunja, mit meiner Druidin habe ich getankt und mit der Priesterin geheilt, beides hat wunderbar geklappt 🙂 Klar gibts mal hier und da „schwarze Schafe“ aber im Großen und Ganzen komme ich gut zurecht mit der männlichen Spezies, höhö *lach*

Pirate Gaming:

Bist du schon heiß auf Cataclysm (Die neue WoW-Erweiterung) ?

Inka:

Ja, ich bin gespannt auf das neue Addon und freue mich auf die neuen Klassen, Berufe und Instanzen. Andererseits bin ich auch ein wenig skeptisch, da ich mir echt nicht vorstellen kann, wie die Veränderung
von Azeroth funktionieren und aussehen soll. Ich lasse mich überraschen und hoffe, dass ich dann wieder etwas mehr Zeit zum zocken finden werde.

Pirate Gaming:

Was hältst du davon das WoW aufgrund von Suchgefährdung eventuell als FSK 18 eingestuft werden soll ?

Inka:

Davon halte ich nicht viel. Meiner Meinung nach würde das nichts bringen. Keiner unter 18 Jahren würde sich daran halten. Das ist wie mit dem Alkohol, denn wie kann es sein, dass sich ein 14-Jähriger mit harten Sachen ins Koma säuft wenn er da eigentlich noch gar nicht rankommt?! Vielleicht sollten sich die Politiker erst einmal um solche wichtigeren Themen kümmern, als um Suchtgefährdung bei WoW. Außerdem haben die Eltern auch ein bisschen darauf zu achten, was ihr Kind den ganzen Tag so macht.

Pirate Gaming:

Was hältst du allgemein von der aktuellen Politik seitens der Regierung und der Parteien im Bundestag im Bezug auf Computerspiele ?

Inka:

Nunja, ich denke nicht, dass Zocker jeglicher Art auch potenzielle Amokläufer etc. sind und ich glaube auch nicht, dass ein „Ballerspiel“ ein Amoklaufvorhaben eines Menschen beeinflusst oder gar verstärkt.
Bei solchen Menschen stimmt einfach etwas im Kopf nicht, diese Leute sind schon vorher aufs übelste geschädigt. Jeder normale Mensch, der zockt, würde niemals auf solche absurden Ideen und Absichten
kommen. Natürlich wird bei so etwas immer ein Schuldiger gesucht, allerdings ist die Politik bezüglich der Computerspiele auf dem Holzweg. Da spielt wohl eher das persönliche Umfeld dieser Menschen eine Rolle.

Pirate Gaming:

Möchtest du noch Werbung für Irgendjemanden machen oder irgendjemanden grüßen ?

Inka:

Ja unbedingt! Ich möchte für meinen Alli-Server Tichondrius werben. Er ist fast wie ausgestorben, viele Allis haben den Server verlassen und die Horde wird immer stärker und nerviger^^. Seit Anfang an spiele ich auf diesem Server und ich wünsche mir, dass endlich mal wieder mehr Leben herrscht. Ich gebe die Hoffnung
nicht auf! 🙂 Ich wünsche uns allen noch viel Spaß beim Zocken oder wie ein GM sagen würde:
…und mögest du niemals gegen einen Fels blinzeln, möge dein Ruhestein und Gottesschild immer bereit
sein und mögen deine Wichtel niemals eine Gewerkschaft gründen… 😉

 

 

 

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß beim Zocken!

eSport Special: Interview mit n!sokol

Nie zuvor war die EPS in Warcraft 3 so spannend. Nur wenige Punkte trennen die ersten Ränge von den hinteren Rängen. Nur noch wenige Spieltage bis zu den Finals und jedes Match verspricht Spannung pur. Wir sprachen mit n!sokol über die laufende Saison, seine Ziele, und sogar über die Piratenpartei.


Pirate-Gaming :

Hallo Heinrich. Erst einmal vielen Dank, dass du dir ein wenig Zeit für uns nimmst. Könntest du dich zu Anfang kurz vorstellen?

n!sokol :

Hi, ich heiße Heinrich Rennert, auch bekannt als n!sokol. Im Moment studiere ich Bauingenieurwesen in Würzburg und befinde mich bereits im dritten Semester. Neben den anderen „üblichen“ Beschäftigungen spiele ich Warcraft 3 für den Clan n!faculty.

Pirate-Gaming :

Bevor wir zu deinem Element kommen, wollte ich ein paar eher politisch orientierte Fragen stellen.
Hast du schonmal etwas von der Piratenpartei gehört?

n!sokol :

Na klar, als aktiver Bürger habe ich natürlich auch von der Piratenpartei gehört. Ich war auch Wahlhelfer bei den Bundestagswahlen, und bin damit quasi garnicht um die Piraten herum gekommen.

Pirate-Gaming :

Was hältst du von den Piraten? Wie siehst du die Partei?

n!sokol :

Nunja, ich finde einige Punkte im Programm sehr gut, aber es gibt auch einige wenig durchdachte Punkte, welche man kaum durchsetzen kann. Somit bietet man seinen Kritikern eine riesige Angriffsfläche. Man kann die Piratenpatei auch teilweise mit den Grünen vergleichen. Die Partei blühte auf, da viele Bürger besorgt um die Umwelt waren. Nun sorgen sich viele Menschen in Deutschland um ihre Privatsphäre und um das „neue“ Massenmedium, das Internet. „Tada!“, die Piraten sind da. Wenn die Piraten ihr Programm erweitern, würden sie mehr Unterstützung vom Volk erfahren, aber auch mit Sicherheit mehr Stimmen einfahren.

Pirate-Gaming :

Vielen Dank, aber lass uns jetzt weg von der Politik, hin zum eSport kommen. Du spielst Warcraft 3, ich nehme an schon etwas länger. Was reizt dich an Warcraft 3 und vorallem: Was reizt dich daran in Ligamatches gegen andere anzutreten?

n!sokol :

Ich Spiele Warcraft schon fast seit 5 Jahren und das Spiel macht mir immer noch Spass. Der Wettbewerbsgedanke ist bei mir ausschlaggebend. Ich sehe eine Partie als Herausforderung an und will diese natürlich auch gewinnen. Ich hoffe dieses Gefühl hält noch lange an, damit ich weiterhin ansatzweise konstant spielen kann!

Pirate-Gaming :

Du bist nun schon seit einigen Seasons in der EPS vertreten und schlägst dich derzeit relativ gut. Ist es hart „weiter oben“ mit zu spielen?

n!sokol :

Oh ja, die Konkurrenz auf den oberen Plätzen ist hart und erbarmungslos, denn wenn man weiter unten steht, ein enormer Druck und eine gewisse Erwartungshaltung auf einem Seitens Team und Sponsoren, und letzten Endes auch einem selbst lastet. Ich behaupte mal, dass diese Spiele die schwersten sind. Ich hoffe, dass ich in der Top 8 bleiben kann, um eine gute Ausgangssituation für die kommende Season zu bekommen.

Pirate-Gaming :

Wie lange trainierst du pro Tag für den eSport?

n!sokol :

Mein Training ist im Moment sehr variabel. Aber ich versuche schon mindestens eine Stunde pro Tag zu trainieren, oder auch mehr.

Pirate-Gaming :

Teilweise lässt sich beobachten, dass du bei Liveevents (z.B. auf dem IFNG in Köln) stärker spielst. Woran liegt das?

n!sokol :

Ich denke es liegt an der optimalen Latenzzeit und der „Umgebung“. Ich traue mir viel mehr gute Aktionen zu, wenn ich mit LAN-Ping spiele. Die Zuschauer tragen außerdem dazu bei, dass ich sehr konzentriert bin, weil ich mir keine Fehler vor dem Publikum leisten will.

Pirate-Gaming :

Dein nächstes Spiel wird gegen Night sein. Er steht in der Rangliste ganz unten. Wie siehst du Gegner die „offensichtlich“ unterlegen sind. Gehst du gelassener in dieses Matches oder siehst du jeden Gegner gleich?

n!sokol :

Jeder, der in der EPS spielt, hat es auch verdient. Night hat gegen Dark und Eric gewonnen, was bedeutet, dass man ihn auf keinen Fall unterschätzen darf. Orc scheint sein bestes Matchup zu sein, und ich spiele gegen Nachtelfen sehr bescheiden. Das verspricht viel Spannung. Aber ich hoffe ganz stark, dass ich als Sieger aus der Begegnung gehe.

Pirate-Gaming :

Du hast deine Ziele für die Saison ja schon angesprochen, kannst du sie nochmal genauer erläutern?

n!sokol :

Also mein Ziel ist es irgendwie die Finals zu erreichen. Aber das ist exstremst schwer, da ich schon 4 Niederlagen habe und noch gegen Eric, yAwS und Dark ran muss. Top 6 wäre dann ein erreichbares Ziel mit Luft nach oben.

Pirate-Gaming :

Okay. Nochmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wenn du noch was zu sagen hast, wäre jetzt Zeit dafür…

n!sokol :

Ja ich danke dir auch. Ich möchte mich bei allen Fans bedanken und auch bei n!faculty für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Zockerweibchen – Ela

„There are no girls on the Internet“, oder etwa doch?

Viele Mythen und Gerüchte ranken sich um diese mysteriosen und höchst seltsamen Wesen. Die Rede ist von den seltenen Augenblicken in Azeroth, in denen ein raunen durch die Reihen der männlichen Spieler geht. Zwischen Orks und Elfen sollen sie sich verbergen und angeblich sogar ganz normal am Geschehen in Blizzards MMORPG World of Warcraft teilnehmen. Nach langer Suche, in der wir uns tödlichen Fallen und dunklen Bedrohungen aussetzten, doch allen Gefahren zum trotz wurden wir fündig:

Ein Zockerweibchen! Ein ganz echtes, das exklusiv für Pirate-Gaming.de ein Interview gab!

Pirate Gaming:

Hallo, und vielen Dank, das du für uns Zeit für ein Interview zum Thema „Zockerweibchen“ gefunden hast. Stell dich unserem Publikum doch bitte einmal Kurz vor.

Ela:

Hey! Ich bin Ela, bin 20 Jahre jung, und ich komme aus Ahrensbök, bei Lübeck.

Pirate Gaming:

Seit wann Spielst du WoW ? Wie bist du überhaupt zu WoW gekommen ?

Ela:

Erst seit etwas mehr als einem Jahr. Dazu gekommen bin ich über hörensagen „Mach mal, das gefällt dir bestimmt“, und vor allem über meinen Freund, dessen Twink ich zur Zeit  spiele. An Weihnachten geht’s aber endlich mit nem eignen Account los.

Pirate Gaming:

Welchen Char spielst du, und wo findet man ihn? bist du in WoW ?

Ela:

Ich bin die Layilah, eine blauhaarige- und äugige begnadete Nachtelfen-Kriegerin. Bei der Allianz und in der Gilde Draconia.

Pirate Gaming:

Glaubst du, das es ganz besondere Schwerpunkte bei der Klassenwahl zwischen Jungs und Mädels bei WoW gibt?

Ela:

Hm, ist mir jetzt noch nicht so aufgefallen. Die Jungs stehen vielleicht darauf, ihr Nachtelfen tanzen zu sehen, aber sonst… ;P Aber da ich ja selbst eine spiele, lässt sich das wohl nicht pauschalisieren. Naja, und die Mädels stehen vielleicht auf die Gnome mit den rosa Haaren (lacht)

Pirate Gaming:

Wie viel Zeit investierst du so in WoW ? Welchen Reiz übt World of Warcraft auf dich aus?

Ela:

So viel, wie mir zur Verfügung steht. Das Acc-Teilen ist schon ein wenig stressig – Aber generell immer wenn ich „darf“ oder kann 🙂 Zum Reiz – Naja, dass es so viele Spielmöglichkeiten gibt, sei es alleine oder im Team, sei es das Leveln (Okay, das macht sicher nur die ersten 3 Chars Spaß) oder aber die unzähligen Erfolge. Dann natürlich, dass es immer wieder seltene, begehrte Dinge gibt, die man sich verdienen kann… Ja, ich habe nächtelang mit meinem Freund vorm Rechner gesessen und den zeitverlorenen Protodrachen gecampt – mit Erfolg! Sowas halt. Und mit jedem Patch kommt was neues dazu – vom neuen Add-On gar nicht zu sprechen…

Pirate Gaming:

Was für ein Spielertyp bist du? Eher für Quest- und Singleplayer oder mehr der Teamplayer der auch im PvP die Keule schwingt?

Ela:

Sowohl Single- als auch Teamplayer. Das macht es ja gerade so interessant, Dinge die man auf eigene Faust nicht schafft, bewältigt man im Team.

Pirate Gaming:

Seid ihr viele Mädels in der Gilde ? Und wie kommt ihr mit den Jungs klar?

Ela:

Laut meinem Freund sind es 4 oder 5 von insgesamt ca. 60 Mitgliedern – also nicht soooo viele. Allerdings ist die Gildenleitung fest in weiblicher Hand 😉 Bin ja noch nicht sooo aktiv in der Gilde, aber eigentlich sind die alle schwer in Ordnung. Ich klink‘ mich gerne mal in den Teamspeak ein, das ist dann immer sehr unterhaltsam!

Pirate Gaming:

Gibt es Vorurteile gegenüber „Zockerweibchen“ im Spiel oder in der Gilde?

Ela:

Nicht, dass ich wüsste. Ich werde auch nicht ingame bevorzugt oder so, na gut, weiß ja auch nicht jeder gleich, dass ich n Mädel bin, aber selbst wenn – das scheint mir ein Gerücht zu sein, das Mädels einen Sonderstatus haben. Und ansonsten macht sich da niemand etwas draus, dass ich spiele. Es kann nicht jeder nachvollziehen, meine beste Freundin zum Beispiel hat ein wenig Angst, dass ich mich jetzt „zu einem von diesen du-weißt-schon-freaks“ verwandle, aber das bezweifle ich – obwohl, so ein bisschen vielleicht doch (lacht) Aber das ist nicht schlimm…

Pirate Gaming:

Bist du schon heiß auf Cataclysm (Die neue WoW-Erweiterung) ?

Ela:

Deshalb fange ich ja ab Weihnachten selbst an, um dann pünktlich zum Addon selbst startklar zu sein. Klar, ist was neues, wird hoffentlich so gut, wie angekündigt, aber die Idee, die alte Welt, die ja nun wirklich schon an Bedeutung und Interesse verloren hat, umzugestalten und wieder neu mit ein zu beziehen, ist schon klasse. Bin ich wirklich schon sehr, sehr gespannt und wird einer der ersten sein, die es sich vorbestellt.

Pirate Gaming:

Was hältst du davon das WoW aufgrund von Suchgefährdung eventuell als FSK 18 eingestuft werden soll ?

Ela:

Egal, ich bin 20. Nein, mal im Ernst, halte ich für ziemlich sinnfrei. Jedes wirklich gute Spiel macht auf irgeine Art und Weise „süchtig“, klar, WoW hat natürlich durch gewisse Mittelchen und Spielstrukturen ein großes Potential dazu, süchtig zu machen, oder besser gesagt, den Spieler regelmäßig und lange am Rechner zu halten, aber ich denke, dass das nicht eines Verbotes würdig ist. Wenn man WoW als FSK 18 einstufen sollte, kommt man sicherlich nicht drum herum, das auch bei anderen Spielen durchzusetzen – und das führt dann meiner Meinung nach zu Nichts. Und überhaupt: ein Hardcore-Zocker wird sich kaum von diesem Verbot abhalten lassen.

Pirate Gaming:

Was hältst du allgemein von der aktuellen Politik seitens der Regierung und der Parteien im Bundestag im Bezug auf Computerspiele ?

Ela:

Genauso wenig, wie von der FSK18-Angelegenheit. Nichts. Wir kennen alle das simple Beispiel: „Sind dann alle Tetris-Spieler potentielle Holzblockwerfer?!“ Die Politik scheint auf diesem Wege einfach nur wieder einmal einen Schuldigen zu finden, den sie für diese Dramen verantwortlichen machen können, in diesem Falle nun die bösen, bösen, gewaltverherrlichenden Ballerspiele. Und, dass es rein zufällig passt, dass bisher jeder dieser besagten Amokläufer Counter Strike gespielt hat, liegt wohl eher an der Beliebtheit und Verbreitung des Spiels, als an im innern schlummernden Mordtheorien, die im Spiel schon einmal geplant werden können. Selbst ich habe schon CS gespielt und ich halte mich nicht für potentiell gefährdet ^^  Das, was in einem Amokläufer vor sich geht, wird wohl kaum durch ein simples Spiel zum Vorschein kommen oder gar verstärkt werden. Da gehört meiner Meinung schon ein wenig mehr dazu.

Pirate Gaming:

Möchtest du noch Werbung für Irgendjemanden machen oder irgendjemanden grüßen ?

Ela:

Grüßen möchte ich neben meinem Schatz, dem ich WoW verdanke, alle anderen, die es spielen – und einen besonderen Gruß natürlich an alle „Zockerweibchen“, wie es hier so schön heißt ^^ Dann das obligatorische „ich grüße alle die mich kennen“ und dann noch ein herzliches Dankeschön an dich Sven, dass ich dir dieses Interview geben durfte.

 

 

 

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei Zocken!

Podcast #2: Jens Seipenbusch im Interview

Beim Treffen der Generationen ging es neben dem Thema Gaming und eSports auch um das restliche politische Spektrum der Piratenpartei Deutschland. In unserem zweiten Podcast präsentieren wir euch ein Interview mit Jens Seipenbusch, dem Vorstandsvorsitzenden der Piratenpartei.

Mit seinen 41 Jahren gehört Jens Seipenbusch zu den älteren Mitgliedern der im Altersdurchschnitt recht jungen Partei: Laut einer Mitgliederbefragung liegt der Altersdurchschnitt bei 29 Jahren. Seipenbusch stammt aus einem bildungsintensiven Umfeld, er ist stellvertretender Leiter der Informationsverarbeitungs-Versorgungseinheit (IVV) der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Münster. Dieses Umfeld zeichnet auch maßgeblich seine politische Wahrnemung von Themenkomplexen der Piratenpartei aus. Während die Urheberrechts-Debatte in der Öffentlichkeit meist nur auf die Musikbranche reduziert wird, geht Seipenbusch sehr häufig auf die Vorteile für Bildung und Forschung ein: Open Access, der freie Zugriff auf durch Steuergelder finanzierte Dissertationen und Lehrmittel.

Auf dem Treffen der Generationen in Wuppertal trug Seipenbusch eine Rückbetrachtung des bisherigen Wahlkampfes vor und ging bei Publikumsfragen insbesondere auf die internationale Organisation der Piratenpartei ein, der Pirate Party International. Diese hat erst kürzlich ein vorläufiges Koordinationsgremium gegründet, um die Kommunikation unter den mittlerweile 32 Piratenparteien weltweit zu fördern.

In unserem zweiten Podcast redet Jens Seipenbusch über die Piratenpartei aus seiner Perspektiver als Mitgründer. Wo hat sie angefangen, wo steht sie heute und wo führt die Zukunft hin?

Podcast: TDG – Interview mit Jens Seipenbusch

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Credits: Jens Seipenbusch, Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei Deutschland
Intro: Un bonito recuerdo (BrunoXe)

 

Podcast #1: Interview mit den Community Managern der ESL

Als Experten aus der eSport-Szene zu Gast beim Treffen der Generationen waren David Hiltscher und Julia Christophers. Beide sind bei Turtle Entertainment als Community Manager für die Electronic Sports League tätig. In unserem Interview reden sie über die Entwicklung der eSport-Szene, die größer werdende Fancommunity und über Vorurteile.

David Hiltscher stellte beim Treffen der Generationen den wohl wichtigsten Gastredner, wenn es um einen sinnvollen Umgang mit dem Thema Gaming und eSport ging. In seinem Vortrag „Computerspiele – zwischen Kultur und Sport“ stellte er die Electronic Sports League vor und wie aus einem Hobby mit einem modernen Medium eine Breitensportart geworden ist. In seinem Vortrag merkte man nur allzu deutlich: eSport steht anderen Sportarten in puncto Professionalisierung in kaum einer Hinsicht nach. Ebenso wie der Fußballspieler auf dem Feld trainiert ein Counter-Strike Spieler regelmäßig, treibt Sport als Kompensation und abgeworben werden die Spieler ganz wie im großen Sportgeschäft.

Der Community Manager der ESL stellte darüber hinaus auch die soziale Wichtigkeit von eSport heraus. So fordere und schulte die moderne Sportart soziale Kompetenz bei Jugendlichen und biete ihnen ein gemeinschaftliches Hobby. Dennoch habe man in der eSport-Szene mit Vorurteilen zu kämpfen, die nicht selten aus dem politischen Umfeld des eher konservativen Süddeutschlands kämen. So sorgte nach der ersten Absage eines Intel Friday Night Game in Stuttgart und der darauf folgenden negativen Presse für die verantwortlichen Politiker erst der Anruf eben jener bei anderen Austragungsorten dafür, dass weitere IFNGs abgesagt wurden – und dabei die Hallenvermieter gezwungen wurden, rechtskräftige Verträge zu brechen. Für ein erhöhtes Gewaltpotential spricht indes nichts: Die Anbieter von Veranstaltungshallen reißen sich um die ESL-Events: „Wir benötigen nur ein zehntel der Security von anderen Events“, wie Julia Christophers einen Anbieter zitiert.

Zusätzlich zu seinem Vortrag demonstrierte David Hiltscher den Gästen live in der Gaming Zone des TDG, wie Counter-Strike: Source eigentlich funktioniert und warum nicht Gewalt, sondern Teamgeist und sportlicher Ehrgeiz bei dem Spiel im Vordergrund steht.

Wir konnten Julia und David auf dem TDG für ein Interview gewinnen, bei dem beide über den Alltag als Community Manager und Spieler sprechen, über die Resonanz in Medien und Politik, sowie ihren Zukunftsvisionen für die eSport-Szene. Viel Spaß bei unserem ersten Podcast!

Podcast: TDG ESL-Interview

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Credits: Julia Christophers und David Hiltscher, Community Manager der Electronic Sports League
Intro: Un bonito recuerdo (BrunoXe)

Interview mit VDVC-Mitgründer Norman Schlorke

Norman Schlorke, 19-jähriger Gamer und eSportler aus Karlsruhe, war in den vergangenen Monaten mediale Leitfigur der Gamer-Szene, denn er organisierte die ersten Demonstrationen unter dem Motto „Wir sind Gamer“ gegen die fortlaufende Kriminalisierung der Gamer-Community seitens der Politik. Mit Gründung des Verbands für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) professionalisiert sich nun eine Interessensvertretung für die gesamte Gamer-Community. Wir trafen Norman Schlorke auf der gamescom und wollten mehr wissen über ihn und den VDVC…

pirate-gaming.de: Hallo Norman, vielen Dank dass du dir für uns die Zeit nimmst. Bitte erzähle uns doch erst einmal was über deinen persönlichen Hintergrund. Wie bist du zum eSport gelangt, welche Rolle nimmt Gaming in deinem Leben ein?

Norman Schlorke: Erst mal ein freundliches Hi @ All!
Gaming hat für mich schon früh begonnen, ausprobiert hab ich Counter-Strike das erste Mal vor ca. 10 Jahren in einem Internetcafé in Rostock. Zu meiner Jugendweihe, also mit 14 gab es dann meinen ersten eigenen PC und damit begann die Zeit des aktiven Zockens. Als wenig später Internet dazu kam, konnte ich die Finger natürlich nicht von der Tastatur lassen und bin direkt ins Multiplayer-Gaming eingestiegen und hab in diversen Shootern die Server gerockt. Wobei… Damals war ich noch eher ein Noob.

 

pirate-gaming.de: Was macht eSport für dich besonders?

Norman Schlorke: eSport kennen gelernt hab ich durch die Leidenschaft zum Multiplayer-Gaming. Damals habe ich nach wenigen Monaten direkt einen eigenen Squad gegründet und bin damit dann ins Ligageschehen eingestiegen. Dieser Eifer, der die Leute packt, sobald es um einen richtigen Wettkampf geht, ist eines der wichtigsten Gefühle beim Zocken. Wenn man im Team auf den Server geht und das Match startet, sind alle von einer zur anderen Sekunde so zusammengeschweißt wie nie zu vor. Jedes Mal aufs Neue ist man eine Ge-meinschaft, die sich blind vertraut, weil jeder den Anderen braucht. Dieses Teamgefühl, diese Zugehörigkeit, lässt einfach Freude in einem entstehen.

 

pirate-gaming.de: eSport und Gaming allgemein gliedert sich in viele verschiedene Genres. Worin liegt der Reiz an Action-Spielen, speziell First Person Shootern?

Norman Schlorke: Actionshooter sind, wie der Name schon sagt, actionreich. Schnelles Handeln, kurze und impulsartige Reaktionen, die aber gut durchdacht sein müssen, machen Spiele wie Counter-Strike super interessant. Abseits davon gilt natürlich gerade beim aktiven Spielen also im eSport, in einer Liga oder überhaupt im Team ein hohes Maß an Disziplin und taktischen Überlegungen. Für mich kommt es bei Ego-Shootern auch gar nicht auf die Grafik an (deshalb auch leidenschaftlicher Spieler vom zeitlosen Klassiker CS 1.6), viel eher ist das große Ganze für mich so interessant.

 

pirate-gaming.de: Actionspiele stehen ja schon seit längerem in der öffentlichen Kritik. Doch hat es vor deinem Engagement keine vergleichbaren Protestaktionen auf den Straßen Deutschlands gegeben. Was hat dich dazu bewogen, in Form der Demonstration in Karlsruhe aktiv zu werden?

Norman Schlorke: Da ich seit Jahren aktiv in der Szene bin, auch unterschiedliche Genres (MMORPGs, Browsergames, Racing uvm) gespielt habe und unzählbar viele Stunden mit Gaming verbracht hab weiß ich genau was es heißt Gamer zu sein. Die Absagen der ersten IFNGs waren schon schockierend, speziell die in Stuttgart andererseits noch nachzuvollziehen. Ein Intel Friday Night Game in der eigenen Stadt zu bekommen, hat mich dann so endlos gefreut, dass die Absage entsprechend hart war. Da ich ein sehr offener und direkter Mensch bin, hab ich direkt in meinem Blog (den ich zu diesem Thema eröffnet habe) kurzerhand aufgefordert auf die Straße zu gehen. Tatsächlich kamen auch eine Handvoll Leute zum ersten Brainstorming das ich angeregt hatte.

 

pirate-gaming.de: Die mediale Hetzkampagne gegen Computerspiele wurde insbesondere aus der Politik angeheizt. Dennoch sah man bei den Demonstrationen zur Aktion Jugendkultur die Piratenpartei sowie einige Jugendverbände, darunter die Grüne Jugend. Wie viel Unterstützung erhaltet ihr aus der Politik insgesamt?

Norman Schlorke: Die Politik hat sich bei der ersten Demo ziemlich zurückgehalten. Da war offenbar noch nicht ganz klar, dass wir Spieler tatsächlich öffentlich auftreten würden. Einen Tag vor der zweiten Demonstration haben sich die Grünen dann offiziell via Pressemitteilung zu den Spielern in Deutschland bekannt, allerdings ist dies nur ein erster Erfolg. Die Beteiligungen diverser Jungparteien konnten wir nur begrüßen. Vor allem dass Demonstranten der Jungen Union und der JuSos erschienen sind, hat uns gefreut. Hier zeigt sich, dass nicht mal der Nachwuchs der großen Parteien dem Irrweg Richtung Spieleverbot folgt. Auch viele Redner auf den Kundgebungen der Demos waren Politiker. Insgesamt werden wir auf jeden Fall beachtet und gehört. Ob wir auch geachtet und erhört werden, wird sich noch zeigen müssen. Allerdings ist die Verbotsdebatte schon mal kein Wahlkampfthema, was zeigt, dass zumindest ein gewisser Respekt da ist.

 

pirate-gaming.de: Auf der Demonstration in Köln war die Beteiligung mit 200 Teilnehmern doch vergleichsweise ernüchternd, bedenkt man die Stellung von Köln als „eSport-Hauptstadt“ von Deutschland. Warum glaubst du, zieht es bisher nicht mehr Gamer auf die Straße, um für ihre Kultur zu protestieren?

Norman Schlorke: In Köln, aber auch in Berlin, war das Wetter miserabel. Außerdem ist es eher ein Grund nicht auf eine Demo zu gehen, wenn man bereits „eSport-Hauptstadt“ ist, schließlich gibt es regional gesehen keinen Anlass zu demonstrieren. Die Spieler mussten erst realisieren, wie realistisch ein Verbot ist. Und das mussten wir zum Glück bisher nur in Süddeutschland erleben, wo LAN-Partys und Turniere abgesagt wurden. Abgesehen von diesen speziellen Gründen glaube ich, dass wir mit einer strukturierteren Pressearbeit mehr hätten erreichen können, da haben wir viel gelernt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass viele Gamer immer noch glauben, dass wir ja gar keine Probleme hätten und dass auch so „alles gut wird“. Aber das wird es halt nicht von allein. Und wir haben ja auch gezeigt, dass schon wenige Menschen viel bewegen können: Das erste Treffen zur Demo-Vorbereitung hatte eine Hand voll Teilnehmer.

 

pirate-gaming.de: Wie könnten Spieler noch besser als bisher mobilisiert werden?

Norman Schlorke: Mobilisierung von Spielern ist tatsächlich schwierig, aber das gilt auch für alle anderen Gruppen. Wichtig ist vor allem, dass die Leute merken, dass es ihnen etwas bringt. Natürlich ist eine Demo immer ein Erlebnis, unsere Gamer-Demos in Karlsruhe waren fast eine Party: Wir haben nicht nur unsere Parolen gerufen, sondern auch die Melodie von Tetris gesungen und wirklich viel Spaß gehabt. Aber das Erlebnis allein reicht vielen leider noch nicht. Vor allem, wenn es jetzt an die Vereinsarbeit geht. Daher müssen wir den Gamern etwas bieten, was sie sonst nicht bekommen. Damit sind wir ja mit den Backstage-Führungen bei der ESL auf der gamescom ja schon angefangen.

 

pirate-gaming.de: Als Interessensvertretung für Gamer hast du den VDVC (Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler) mit gegründet. Wie kam es dazu und welche konkreten Ziele verfolgt der VDVC?

Norman Schlorke: Die Entstehung des Verbands lief die ganze Zeit über parallel zu den Demonstrationen. Einer der Hauptorganisatoren, Patrik Schönfeldt, ist auf mich zugekommen und hat mir davon erzählt. Natürlich war ich sofort dabei und hab neben der Organisation der Demos die bei der Gründung mitgemacht. Zu den Zielen gehört ganz klar, dass wir das Sprachrohr der Spieler in der Gesellschaft sein wollen. Wir bieten es den Gamern in Deutschland an, ihre Vertretung gegenüber Politik, Medien und natürlich auch der (Spiele-)Industrie zu sein. Konkret heißt das, dass z.B. bei der Organisation von Demos geholfen wird, wir offene Briefe mit sehr starken Wirkung schreiben können, Stellungnahmen im Namen von Gamern veröffentlicht werden können; und natürlich vieles mehr. Andererseits denken wir aber auch an die „Nicht-Spieler“! Die Themen Sucht, Jugendschutz, Spieleverbot und Aufklärung sind bei uns ganz groß geschrieben. Wir wollen das Gaming in Deutschland zu dem gesellschaftlich anerkannten Hobby machen, dass es ja eigentlich sein sollte. Beispielsweise werden wir auf der 2for1-LAN (2for1-lan.de) am 12. September Führungen über die LAN sowie einen Info-Abend zusammen mit den Veran-staltern NetQuarter e.V. und KSG9 e.V. durchführen. Eingeladen werden Politiker, Pressevertreter, Eltern, Lehrer und alle die gerne wollen.

 

pirate-gaming.de: Ihr habt auf der gamescom kräftig die Werbetrommel für den VDVC gerührt und habt von der ESL Unterstützung erhalten. Wie war die Resonanz bisher seitens der Gamer?

Norman Schlorke: Super! Dank der ESL bzw. Turtle Entertainment und einigen anderen, die uns diesbezüglich unterstützt haben, konnten wir spontan einen „VDVC Mini-Stand“ aufbauen. Nach wie vor ist bei 99,99% der Gamer die Reaktion mehr als positiv. Auf der gamescom selbst führte schätzungsweise die Hälfte der Gespräche mit den Leuten in der Nähe unseres Standes direkt zu einer Mitgliedschaft, oder die Leute haben unseren Flyer eingesteckt und wollten sich unsere Seite später nochmal genauer anschauen.

 

pirate-gaming.de: Wie schauen eure Zukunftspläne aus?

Norman Schlorke: Für uns ist ein wichtiger Punkt die Eintragung ins Vereinsregister. Leider lässt sich Bürokratie nicht vorantreiben und wir warten leider immer noch auf eine Rückmeldung vom Amtsgericht in Karlsruhe. Ansonsten werden wir wohl noch einige größere aber auch kleinere Beteiligungen und Aktionen in der Zukunft machen. Jetzt kommt erst mal die LAN-Führung. Dann wird dieses Jahr noch unsere Jugendschutzkampagne starten, an der Patrik gerade mit Vollgas arbeitet. Dank der sehr positiven Zusammenarbeit mit Turtle Entertainment (ESL) können und werden wir noch in der aktuellen Saison der ESL Pro Series auf Intel Friday Night Games vertreten sein. Natürlich gibt es noch einiges mehr… aber das werdet ihr dann bei Zeiten schon selber auf unserer Homepage sehen 🙂

 

pirate-gaming.de: Gibt es etwas, das du unseren Lesern zum Schluss mitteilen möchtest?

Norman Schlorke: An alle Gamer da draußen: Versteckt euch nicht hinter den Monitoren! Seid stolz, Spieler zu sein und zeigt anderen, wie viel Spaß unser Hobby macht. Genießt die vielen Stunden, die ihr beim Raiden, Zergen, Creepen, Gathern, Ballern oder einfach nur zocken verbringt! Wir sind Gamer! 🙂

 

Der VDVC wurde am 12.09.2009 gegründet und steht allen Gamern offen, die ihre Interessen gegenüber Politik, Medien und Gesellschaft vertreten wissen möchten. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und kommt ohne Verpflichtungen einher.